St. Margarethen – Fertőrákos

400 Jahre marschierten hier die Römer über die Bernsteinstraße von Rom an die Donau bei Carnuntum. Später folgten Hunnen, Awaren, Gemanen, Kreuzritter, Türken, Russen; Postkutschen, Kaufleute, Bauern und Reisende. 1949-1989 trennte das Tor im „Eisernen Vorhang“ mitten unter Minen zwei Welten: Im Niemandsland wucherte hohes Gras über die gesperrte Straße. Wachtürme, Stacheldraht, Patrouillen mit Hunden riegelten die Grenze total ab. Der Drahtverhau rostete, faulte und zerfiel wie die Regime im Ostblock.

határsáv európai piknik

Tausende DDR-Urlauber in Ungarn suchten eine Chance zur Flucht: Nur 290 von ihnen gelang nach oft mehrmaligen Mißerfolgen bis August 1989 hier und in den Nachbargemeinden der meist abenteuerliche Sprung in die Freiheit. (Quelle: Josef Altenburger)
Der 19. August 1989 – Das paneuropäische Picknick in Sopron

Emlékmű2

Langsam trafen an dem heißen Nachmittag St. Margarethener, Urlauber, Reporter, TV- und Radioleute etc. in vielen PKWs vor dem von Zöllnern bereits geöffneten österreichischen Grenzbalken gegenüber dem Stacheldrahttor ein. 15:00 Uhr: Beim Öffnen des Torschlosses eine explosive Entwicklung. Hunderte sportlich gekleidete Menschen drängen in Ungarn zum Tor, drücken es auf und laufen so lange, bis sie erkennen, dass sie in Österreich und frei sind. Zöllner, Gendarmen und die Gemeinde St. Margarethen meistern die Situation. Etwa 600 Flüchtlinge werden im Dorf gelabt. Alle sind noch um 21:00 Uhr in Bussen nach Wien und von dort mit einem Sonderzug unterwegs nach Bayern.
Feriengepäck und Trabis der Entschlossenen bleiben quasi als Preis der Freiheit in Ungarn zurück. Das Tor bei St. Margarethen, eine „Schleuse zur Freiheit“ zählt heute zu den historischen Stätten. Der Riss im Damm des Ostblocks führte bald zum Einsturz des Riesen. (Quelle: Josef Altenburger)


Zahnarzt in Sopron